Selbständigkeit

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Die Selbstständigkeit hat in Deutschland viele Gesichter. In der Regel gelten Unternehmen als Selbstständig, die den Lebensunterhalt eines Einzelnen oder auch von Angestellten erwirtschaften. Aber auch jeder Einzelne kann als Selbstständiger gelten. Denn bereits wer einen Nebenjob als Blogger oder Texter anstrebt, hat laut dem Gewerbeamt einen Gewinnerzielungsgedanken und muss zumindest ein Kleingewerbe nach § 19 USTG anmelden.

Ist man verpflichtet ein Gewerbe anzumelden?

Das kommt auf die Nutzung des Vorhabens an. Viele Blogger denken, mein Blog wirft doch keine riesigen Gewinne ab und was soll schon passieren. Dennoch ist man verpflichtet, selbst wenn man nur einen Euro Gewinn mit Werbung macht, ein Gewerbe anzumelden, da eine Gewinnerzielungsabsicht vorhanden ist. Unter Umständen kann das sonst mit einer Ordnungswidrigkeit bestraft werden oder gar Bußgelder nach sich ziehen. Gerade in der heutigen Zeit, in welcher die Internetnutzung immer mehr voranschreitet, achten auch die Ämter auf die kleinsten Dinge.

Welche Unternehmensform sollte gewählt werden?

Wird ein Gewerbe angemeldet, kann es bereits zu spät sein, sich Gedanken über die Unternehmensform zu machen, die ausgeübt werden soll. Die Auswahlmöglichkeiten sind scheinbar unbegrenzt. Doch ist nicht jede Form der Gesellschaft auch die Richtige für das jeweilige Vorhaben. Insofern lohnt es sich auf jeden Fall sich Gedanken dazu zu machen, was mit dem Unternehmen erreicht werden soll.

Nachfolgende Unternehmensformen haben sich in Deutschland weit verbreitet:

Einzelunternehmen

Bei Bloggern und Textern ist das Einzelunternehmen wohl am meisten verbreitet. Die Person, die das Einzelunternehmen betreibt, handelt in der Regel im eigenen Namen. Zwar ist diese Form sehr unkompliziert, aber kann auch gewisse Risiken mit sich bringen. Die Person des Einzelunternehmers haftet nämlich vollständig und mit dem eigenen Privatvermögen, im Zweifelsfall auch mit dem Vermögen des Ehepartners. Das bedeutet, dass bei Schadensersatzforderungen diese Person in Anspruch genommen werden kann, aber eben auch der Ehepartner. Gerade bei Regressforderungen aus Urheberrechten kann eine solche Forderung schnell mal einen 4- oder 5-stelligen Betrag erreichen. Der Vorteil des Einzelunternehmen ist die Flexibilität und auch die Schnelligkeit bei Handlungen. Es muss niemand zu Entscheidungen befragt werden, es gibt nur einen Ansprechpartner.

Eingetragener Kaufmann

Eine Privatperson kann auch ein eigetragener Kaufmann sein. Somit muss die Firma den Zusatz e. K. erhalten. Zum Beispiel Max Mustermann e.K. Somit kann jeder Kunde direkt erkennen, dass es sich um einen eingetragenen Kaufmann handelt. Gemäß §§ 1, 2 HGB wird der Kaufmann unterschieden in Istkaufmann, der schon im Sinne des Gesetzes einer ist (Handelsgewerbe), und dem Kannkaufmann, der zwar berechtigt aber nicht verpflichtet ist sich eintragen zu lassen. Hierzu kommt es darauf an, ob ein Gewerbebetrieb in kaufmännischer Weise eingerichtet ist, wobei der Unternehmer dann zur Buchführung verpflichtet ist.

Gesellschaft Bürgerlichen Rechtes (GbR)

Die Gesellschaft Bürgerlichen Rechtes, auch GbR genannt, ist ein Zusammenschluss von mindestens zwei Personen, die das gleiche Ziel verfolgen. Für eine GbR muss kein Gesellschaftsvertrag geschlossen werden, es genügt eine mündliche Absprache. Das beste Beispiel für eine GbR ist immernoch die Fahrgemeinschaft zur Arbeit. Es handelt sich in jedem Fall um eine GbR, auch wenn die Personen sich dessen nicht bewusst sind, weil sie lediglich eine mündliche Absprache getroffen haben. In einer GbR haften die „Gesellschafter“ wie bei einem Einzelunternehmen mit den privaten Vermögenswerten, allerdings zu gleichen Teilen.

Offene Handelsgesellschaft / Kommanditgesellschaft

Sowohl die offene Handelsgesellschaft als auch die Kommanditgesellschaft kommen als Unternehmensform für Internetgeschäfte wie Blogs nicht in Betracht. Hier muss ein Gewerbe betrieben werden mit dem Hintergrund des Handel Treibens mit Gütern.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, auch GmbH genannt, ist in Deutschland sehr weit verbreitet. Sie kann zu jedem erdenklichen Zweck von einer oder mehreren Personen gegründet werden. Es ist allerdings ein Gesellschaftsvertrag zu errichten, welcher notariell beurkundet werden muss. Daneben muss ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro erbracht werden, dass allerdings auch in Form von Sachgütern erbracht werden kann.

Das ist nicht wenig Geld, hat aber den Vorteil, dass eine Haftung der Gesellschaft auch nur bis zum eingebrachten Stammkapital erfolgt. Die Gesellschafter haften hier nicht mit ihrem Privatvermögen. Nachteilig ist allerdings, dass die GmbH einen Geschäftsführer ernennen muss und auch noch zur doppelten Buchführung verpflichtet ist. Der Aufwand ist dementsprechend wesentlich höher als in einem Einzelunternehmen.

Unternehmergesellschaft (UG)

Die Unternehmergesellschaft ist eine Unterform der GmbH. Diese kommt zum tragen, wenn eine oder mehrere Personen eine GmbH gründen wollen, aber nicht über genügend Stammkapital verfügen. Das Ziel der Unternehmergesellschaft ist es nämlich jährlich einen bestimmten Betrag zur Seite zu legen, um das Stammkapital von 25.000 Euro zu erwirtschaften, um dann eine GmbH eintragen zu können. Die UG wird auch als Ltd. des Deutschen Rechtes bezeichnet.

Die Buchführung

Als Selbstständiger oder Selbstständiges Unternehmen wird über die abgewickelten Geschäfte Buch geführt. Die Art der Buchführung hängt von der Unternehmensform ab. Während Einzelunternehmer, eingetragener Kaufmann und die GbR nur zur einfachen Buchführung verpflichtet sind, müssen richtige Gesellschaften wie die OHG, KG und GmbH (auch die UG) doppelte Buchführung betreiben. Die einfache Buchführung bezeichnet dabei lediglich eine Einnahme-Überschuss-Rechnung, während man bei der doppelten Buchführung von Bilanzen spricht. Die Einnahme-Überschuss-Rechnung ist sehr simpel. Es reicht eine kurze Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben und das Ausrechnen eines Gewinnes bzw. Verlustes. Bei einer doppelten Buchführung, also einer Bilanz, muss jede Zahlung einzeln gebucht werden und am Ende des Jahres neben der Bilanz auch ein Inventar aufgestellt werden. Das bedeutet in der Regel ein hoher Aufwand, da auch eine Inventur gemacht werden muss, welche Gegenstände und Produkte im Lage bzw. im Geschäft vorhanden sind. Hier müssen neben den Verkaufsgütern auch Gegenstände wie PC’s, Drucker, Computerzubehör etc. berücksichtigt werden.