WordPress mehrsprachig: Wie Du Deinen Blog bilingual betreibst

Mehrsprachige Blogs und Deine Möglichkeiten
Mehrsprachige Blogs und Deine Möglichkeiten

Möchtest Du Deinen Blog mit WordPress mehrsprachig betreiben? Egal ob nun zwei Sprachen oder sogar noch mehr? Dann hast Du in der Regel nicht nur eine Option dafür. Gleichzeitig solltest Du Dir aber auch die Frage stellen, ob ein bilingualer Blog sinnvoll ist. Hier spielt nicht nur Deine Zielgruppe eine Rolle, genauso die Suchmaschinen-Optimierung.

Grundsätzlich kannst Du natürlich theoretisch mehr Besucher ansprechen. Weil Du eine andere Sprache zur Verfügung stellst und damit Deine Reichweite erhöhst. Dabei ist allerdings nicht immer ein mehrsprachiges WordPress die Lösung. Aus diesem Grund möchte ich weitere Sprachen als Marketing Instrument im folgenden Artikel genauer unter die Lupe nehmen.

Vorteile einer mehrsprachigen Webseite

Höhere Reichweite

Die Vorteile einer mehrsprachigen Webseite liegen eigentlich auf der Hand. Wenn Du lediglich einen deutschen Blog betreibst, ist die Zielgruppe in der Regel an die deutsche Sprache gebunden. Laut Wikipedia sprechen Deutsch etwa 105 Millionen Menschen auf der Erde als Muttersprache. Das wiederum bedeutet, dass die Zielgruppe des eigenen Blogs diese Anzahl nicht überschreiten kann.

Erweitert man nun die Webseite um eine weitere Sprache, kann die Zielgruppe ebenfalls erweitert werden. Gehen wir also davon aus, dass Du neben Deutsch nun die Artikel noch auf Englisch anbieten willst. In diesem Fall würdest Du Deine Zielgruppe um 330 Millionen Menschen erweitern. Zumindest wenn Du Wikipedia Glauben schenkst. Dabei handelt es sich um die Menschen, welche Englisch als Muttersprache sprechen. Englisch ist allerdings fast zu einer Weltsprache herangewachsen, sodass es viele weitere Menschen gibt, die Englisch als Zweitsprache sprechen.

Verbesserte Fremdsprachenkenntnisse

Ein weiterer Vorteil einer mehrsprachigen Webseite: Die eigenen Fremdsprachenkenntnisse verbessern sich. Wer die Artikel nach dem Erstellen noch übersetzt, muss sich zwangsläufig mit der Fremdsprache auseinandersetzen. Das kann durchaus als Vorteil betrachtet werden, weil das sprachliche Niveau steigt. Das ist für die Wortgewandheit im Deutschen ebenfalls positiv. So steigt insgesamt die Qualität Deines Blogs, was beim Geld verdienen wichtig sein kann. Was natürlich Deine Leser bemerken werden.

Dieser Vorteil dürfte wohl lediglich für private Blogs gelten. Professionelle Webseiten werden kaum die Fremdsprachenkenntnisse verbessern. Weil das zum Einen mit Kosten verbunden ist. Andererseits möchten die wenigsten Firmen an einer Verbesserung der Sprache arbeiten. Vielmehr sollten bereits entsprechende Kenntnisse vorhanden sein. Dazu werden häufig explizit Mitarbeiter eingestellt.

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Nachteile der Mehrsprachigkeit

Kommen wir nun zu den Nachteilen einer mehrsprachigen Webseite. Diese dürfen bei einer Betrachtung nicht vernachlässigt werden. Weil Du schließlich gut überlegen solltest, ob Du WordPress mehrsprachig betreiben solltest. Oder Du eventuell besser eine andere Content Strategie verfolgst.

Du solltest die Fremdsprachen einem Mindestniveau beherrschen

Wer die Fremdsprache nicht in ausreichendem Niveau beherrscht, sollte lieber die Finger davon lassen den eigenen Blog mehrsprachig aufzuziehen. Im Prinzip ist es nicht anders als mit deutschen Blogs. Wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, kann zwar grundsätzlich bloggen. Aber ob er so eine Vielzahl von Besuchern ansprechen wird, bleibt dahingestellt. Denn ein gewisses sprachliches Niveau ist beim Bloggen einfach notwendig, schon allen weil die Themen sehr komplex sind. Gleiches gilt ebenso für Artikel in anderen Sprachen. Noch mehr auf Blogs die bilingual, zum Beispiel mit WordPress mehrsprachig, betrieben werden.

Übersetzungen an Subunternehmen abtreten?

Für den Fall, dass Du die Fremdsprache nicht so gut beherrschst, gibt es noch die Möglichkeit die Übersetzungen im Wege des Outsourcing zu betreiben. Dabei werden die Texte an Subunternehmen oder Freelancer zum Übersetzen übergeben. In der Regel an Personen, welche sich darauf spezialisiert haben. Somit kannst Du Fachartikel in einer hohen Qualität in anderen Sprachen veröffentlichen. Diese Artikel dürften dann auch die Besucher ansprechen.

Der Nachteil dieses Szenarios ist der finanzielle Aspekt. Solche Dienstleistungen kostet viel Geld. Teilweise verlangen Übersetzer sogar mehr Geld als Texter. Somit bietet sich diese Variante vor Allem Unternehmen mit entsprechenden finanziellen Mitteln an. Weniger jedoch privaten Bloggern oder solchen Blogs, die wie ich einen Nebenjob betreiben.

Hoher Zeitaufwand

Sofern Übersetzungen nicht an einen Dienstleister abgetreten worden sind, kosten diese viel Zeit. Nach der intensiven Recherche und Veröffentlichung des Artikels in Deutsch, muss dieser nun noch in die Fremdsprache übersetzt werden. Dazu musst Du als Blogger unter Umständen des Öfteren ein Lexikon oder Duden in die Hand nehmen. Das dürfte gerade am Anfang mehr als doppelt so viel Zeit kosten, später eventuell weniger.

Gemischte Inhalte

Wer vor hat seinen Blog / Webseite auf mehrere Sprachen umzustellen, sollte vor Allem einige Grundregeln beachten. Es ist wichtig neue Besucher zu erreichen / Neukunden zu gewinnen. Die Stammleser / Stammkunden sollten jedoch nicht vor den Kopf gestossen werden. Wenn ein Stammleser statt einem deutschen Blog nun auf ein Mal einen englischen Blog verfindet, könnte die Neuerung ihn dazu bringen nicht wieder zu kommen. Denn Menschen sind Gewohnheitstiere.

Genauso solltest Du darauf verzichten auf Deiner Startseite deutsche und englische Artikel parallel anzubieten. Das wäre sehr verwirrend für den Besucher. Google mag solche Vorgehensweisen auch überhaupt nicht. Im Endeffekt würdest Du Deine Rankings damit aufs Spiel setzen. Zumindest für die Startseite und Deine Kategorieseiten. Es ist daher unbedingt notwendig die englischen Artikel so zu seperieren, dass auf diese zugegriffen werden kann, ohne die deutschen Artikel zu beeinflussen. Du hast mehrere Möglichkeiten Deinen Blog mit WordPress mehrsprachig zu nutzen, die ich Dir nun kurz vorstellen will.

Wie kannst Du den Blog mit WordPress mehrsprachig betreiben?

Das Content Management System WordPress genießt sehr viel Vertrauen unter den Bloggern. Und Du kannst Dir kostenlose Themes bzw. Plugins herunterladen. Natürlich gibt es Erweiterungen, welche WordPress mehrsprachig möglich machen. Gerade WMPL oder Polylang sind in der Community sehr beliebt. Das habe ich bereits in meinem WordPress Tutorial (siehe Navigation) mehrfach angesprochen. Aber das sind noch lange nicht alle Plugins, welche Dir zu Verfügung stehen. Denn der Plugin-Marktplatz ist riesig und weitere Anbieter kommen stetig dazu.

Dennoch würde ich Dir eigentlich nicht dazu raten WordPress mehrsprachig zu betreiben. Zumindest nicht in einer Instanz! Warum? Nun, schauen wir uns das aus SEO Sicht an. Wenn Dein Blog über Suchmaschinen gefunden werden soll, brauchst Du eine klare Zielgruppen-Definition. Teilweise gehen die Experten sogar soweit und sagen Du solltest sogenannte Personas nutzen. Mit deren Hilfe Kunden noch exakter als eine grobe Zielgruppe bestimmt werden können. Nur wäre dann eine mehrsprachige Webseite wirklich kontraproduktiv. Zumindest in der Form, dass Du verschiedene Tabs anbietest mit mehrsprachigen Texten. Denn Leser, die englisch sprechen, interessieren sich nicht für die Deutschen Texte.

Außerdem sind Plugins für ein mehrsprachiges WordPress fehleranfällig oder bei den guten Funktionen nicht mehr kostenfrei. Insofern möchte ich mich aus dem Fenster lehnen. Erstelle lieber eine weitere Webseite mit ausschließlich englischen Texten. Also eine komplett eigenständige Domain. Insbesondere weil Du die englischen Leser mit ganz anderen Texten ansprechen musst. Englische Texte, die ebenfalls auf Keywords optimiert werden sollten. Das ist extrem wichtig.

Wenn das unbedingt auf der selben Domain passieren soll, könntest Du in einem Unterordner „en“ ein weiteres WordPress installieren und somit die Mehrsprachigkeit gewährleisten. Dadurch kann der Besucher über domain.de/en die Inhalte aufrufen. Im Gesamtkonzept ist das allerdings nicht sehr sinnvoll. Auf einer de-Domain erwartet Niemand englische Texte. Außerdem musst Du dann noch für die entsprechende Deklaration in den Meta-Daten achten, was schwierig ist.

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Fazit: WordPress mehrsprachig verwenden

In gewisser Hinsicht ist es Geschmackssache, ob und wie Du WordPress mehrsprachig einsetzen solltest. In meinen Augen sollte aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung allerdings besser eine eigenständige Domain für eine andere Sprache gewählt werden. Denn neben der Sprache, müssen die Texte auch noch auf andere Keywords optimiert werden. In Zeiten, wo die Personas im Marketing immer wichtiger werden, wäre eine Seite mit gemischten Inhalten nicht wirklich effektiv.

Aus diesem Grund solltest Du wenn möglich eine eigene Domain für Fremdsprachen ins Leben rufen und dort eine eigenständige WordPress Instanz installieren. Anderenfalls solltest Du mit Unterordnern im Hauptverzeichnis arbeiten und dort eine zweite WordPress Instanz installieren. Das kann genauso gut funktionieren. Letztlich hängt es jedoch ein wenig von Deinem Gesamtkonzept ab.

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2 Kommentare zu „WordPress mehrsprachig: Wie Du Deinen Blog bilingual betreibst“

  1. Danke für den gut recherchierten Beitrag. Meine Überlegung: Was spricht aus Deiner Erfahrung eigentlich dagegen, einen komplett neuen Post in Englisch über dasselbe Thema anzulegen. SEO würde erhalten bleiben bzw. neu generiert. Es entsteht einfach ein neuer Artikel in einer weiteren Sprache zu demselben Thema. Man könnte diesen ja auf der Startseite ausblenden, um Stammleser nicht zu verwirren und einen manuellen Umschaltlink in den entsprechenden Ursprungs-Artikel integrieren.Zumal man ja meist eh hauptsächlich die Top-Artikel ünersetzt.

    1. Hallo Iris,

      es spricht nichts dagegen den Post komplett neu in Englisch zu verfassen. Es ist eine Frage des Aufwands, den man betreiben möchte.

      Aus SEO Sicht sollte man jedoch die englischen Posts denke ich separieren, um sich nicht die Keywords zu verhauen. Wie man das anstellt ist eine zweite Frage. Auch dafür gibt es keine Patentlösung.

      LG
      Ronny

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