Darum sind Bilder mit CC0 Lizenz rechtliche Grauzone

Darum sind Bilder mit CC0 Lizenz rechtliche Grauzone
Darum sind Bilder mit CC0 Lizenz rechtliche Grauzone

Eigentlich haben Bilder mit CC0 Lizenz (lizenzfreie Bilder) einen sehr guten Ruf im Internet. Du kannst die Bilder frei verwenden, sogar kommerziell.

Der Urheber tritt seine Rechte an dem Bildmaterial ab, sodass nicht nur das Bild verwendet, sondern grundsätzlich bearbeitet werden könnte.

Leider gibt es rechtlich betrachtet dennoch Probleme bei Bildern mit CC0 Lizenzen. Auf diese will ich heute im Detail eingehen.

Ich möchte Dir keine Angst machen, nur auf die möglichen Konsequenzen hinweisen, wenn Du lizenzfreie Bilder einsetzt. Ansonsten könnte es sehr teuer werden.

ACHTUNG: Ich bin kein Jurist. Die hier dargestellte Meinung resultiert aus meiner Erfahrung als Blogger. Wer eine genaue Klärung eines Sachverhaltes möchte, sollte unbedingt einen Fachanwalt aufsuchen!

Generell zum Thema CC-Lizenzen

Mancher Leser wird sich bisher mit diesem Thema lizenzfreie Bilder nicht so intensiv beschäftigt haben. Liegt eventuell auch an der Komplexität.

Ich denke jeder hat bereits vom Urheberrecht gehört. Das gilt nicht nur für Bilder mit CC0 Lizenz, sondern generell für geistiges Eigentum fremder Personen.

CC-Lizenzen gibt es in verschiedenen Abstufungen, die sich in den Rechten unterscheiden.

Das CC steht hier für Creative Commons, wohinter sich eine gemeinnützige Organisation aus den USA verbirgt.

Die Creative Commons hat es sich zur Aufgabe gemacht, Standard Lizenzverträge für Urheber zu schaffen, damit Rechte entsprechend weitergegeben werden können.

Quelle: Wikipedia zu CC Lizenzen

Die verschiedenen Lizenz Stufen

CC0

Die CC0 Lizenz ist die Lizenz mit den wenigsten Beschränkungen. Sie könnte als sehr offen beschrieben werden.

Du kannst die Werke nicht nur frei verwenden, sondern editieren und damit neue Werke schaffen. Und das kostenlos. Darum sind lizenzfreie Bilder so beliebt.

Neben der CC0 Lizenz gibt es noch einige rechtliche Grundmodule. Diese können zu einer Vielzahl verschiedener Lizenzen „zusammengebaut“ werden.

Hört sich kompliziert an, ist es aber gar nicht. Ich möchte Dir die vier Grundmodule zunächst erklären, danach gehe ich auf die Zusammensetzung von Rechten ein.

Grundmodule

BY

Das Rechtemodul BY steht für die Namensnennung. Darüber kann gesteuert werden, ob der Urheber genannt werden muss.

NC

Das Modul NC gibt an, dass ein Werk nicht für den kommerziellen Gebrauch verwendet werden darf. Sämtliche Verwendung, um Geld zu verdienen mit einem Projekt, ist verboten.

ND

Mit dem Modul ND kann bestimmt werden, ob ein Werk verändert werden darf. Zum Beispiel Texte darauf anbringen etc.

SA

Das Rechtemodul SA gibt an, ob ein Werk nach Veränderungen unter der gleichen Lizenz veröffentlicht werden muss, oder ob eine neue verwendet werden kann.

Wie Du siehst sind die verschiedenen Modelle gar nicht so kompliziert. Teilweise sogar ziemlich selbsterklärend.

Anhand der Module kannst Du Dir nun die benötigte Lizenz erstellen. Sagen wir zum Beispiel Du möchtest, dass der Urheber genannt wird, das Bild nicht verändert und nicht kommerziell genutzt werden darf.

In diesem Fall wäre die Lizenz eine BY-NC-ND.

Das kann mit einer Vielzahl von Kombinationen ähnlich gemacht werden. Somit ergeben sich etliche Variationen einer Bild Lizenz.

Das rechtliche Problem mit lizenzfreier Bilder

Das klingt Alles sehr schön, zu schön oder findest Du nicht? Ich frage mich ja immer warum mir Jemand etwas kostenlos geben will, auch bei lizenzfreien Bildern.

Meistens erfolgt das als Köder für eine Gegenleistung oder aber zumindest um Daten abzugreifen. Als Beispiel ein Newsletter.

Du meldest Dich mit Deiner E-Mail an, bekommst exklusive Inhalte und der Betreiber Deine Kontaktdaten.

Kommen wir nun zurück zum rechtlichen Problem bei Bildern mit CC0 Lizenzen. Denn die CC Lizenzen sind ein amerikanisches Produkt.

In Deutschland gelten andere Rechte, andere Gesetze. Das macht die Verwendung schwierig. Nicht alle Regelungen die in Amerika anwendbar sind, sind es ebenso hierzu Lande.

Hinzu kommen noch Personengruppen die sich wirtschaftliche Vorteile erschleichen wollen. Und davon gibt es mittlerweile jede Menge bei lizenzfreien Bildern!

Das Urheberrecht in Deutschland

Gemäß § 11 UrhG schützt das Urheberrecht „[…]den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes.[…]“.

Das heißt im Grunde kann dieser bestimmen, zu welchen Konditionen Du das Werk verwenden kannst.

Was uns auch direkt zum ersten Problem führt. Du musst im Grunde den Urheber ausfindig machen und diesen zur Verwendung befragen.

Genau diese Konstellation hat schon viele Webseitenbetreiber in eine Kostenfalle geführt. Nur weil eine Webseite ein lizenzfreies Bild veröffentlicht hat, obliegt dieser noch nicht das Urheberrecht an dem Werk.

Du kannst schlecht hinter die Kulissen blicken. Es kostet mitunter viel Zeit die richtige Person ausfindig zu machen.

Im Sportbereich kenne ich viele Blogs, welche auf Eis gelegt wurden, weil zum Beispiel die wenigsten Vereine die Verwendung der Logos erlauben.

Im Grunde müsste jeder Verein einzeln kontaktiert werden. Und nicht alle diese antworten auf solche Anfragen. Die Betreiber fanden einen Blog ohne Logos aber langweilig.

Alternativ wäre die Möglichkeit vorhanden gewesen auf guten Glauben hin die Logos zu verwenden. Wenn die Vereine das jedoch sehen, dann könnte das Schwierigkeiten bedeuten. Denn es sind ja keine lizenzfreien Grafiken.

Leider ist das der Nachteil wenn Urheber geschützt werden. Es macht viele gängigen Prozesse zunichte.

Andererseits wärst Du als Fotograf der Geld mit seinen Bildern verdient auch nicht begeistert, wenn Deine Fotos geklaut werden.

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User nicht immer Urheber

Viele Blogger denken sie wären nun auf der sicheren Seite bei Bildern mit CC0 Lizenz über Plattformen wie pixabay, Pexels (wo es auch Videos gibt) etc.

Dem ist leider auch nicht so. In den letzten Jahren haben sich viele Rechtsstreite ergeben, in denen es teuer wurde. Trotz CC0 Lizenz oder sogar käuflichem Erwerb der Fotos über Stockdatenbanken. Rechtsanwalt Plutte hat dazu einen schönen Beitrag über Schadenersatz an Bildern geschrieben.

Der User welcher die Bilder zur Verfügung stellt, ist nicht immer der Urheber. Zwar stellt er das Bild und die Rechte ein. Eine Garantie für rechtssichere Verwendung ist das jedoch nicht.

Betrüger haben eine Masche entwickelt, die genau darauf abzielt. Unter falschen Angaben werden angeblich lizenzfreie Bilder zur freien Verwendung angeboten. Nach einer gewissen Anzahl an Downloads wird dann ein Abmahnanwalt eingeschaltet.

Da Urheberrechtsverletzungen sehr teuer werden können, ist das ein vielversprechendes Geschäft. Die betrügerische Absicht muss den Personen erst einmal nachgewiesen werden.

Fazit zu lizenzfreien Bildern (CC0 Lizenz)

Ja, CC0 Lizenzen für Bilder im Netz sind eine tolle Idee. Blogger und andere Webseitenbetreiber können kostenlos die eigene Webseite im Niveau steigern. Indem Du lizenzfreie Bilder verwendest.

Denn Bilder erhöhen die Qualität und bringen viele Vorteile bei der Suchmaschinenoptimierung.

Deine Webseite kann über die Google Bildersuche ausfindig gemacht werden. Außerdem werden lange Texte aufgelockert. Natürlich gibt es noch andere Vorteile, die aber nicht Bestand dieses Beitrages sein sollen.

Gleichzeitig müssen sich die Betreiber jedoch fragen, ob nicht zumindest ein gewisses Restrisiko besteht, in eine Falle zu tappen.

In Zeiten wo fast Alles online abgewickelt wird und die Cyberkriminalität deutlich ansteigt, musst Du Dir der Konsequenzen für Dein Handeln bewusst sein.

Rechtsstreite wegen kostenlosen Bildern vermeiden

Mir persönlich wäre ein Rechtsstreit zu riskant. Darum bin ich bereits Schritt für Schritt auf eigene Grafiken umgestiegen.

Das reduziert die Gefahr von Regressansprüchen erheblich. Wenn nicht sogar gänzlich.

Gerade kleine Unternehmen oder Einzelpersonen können sich teure Abmahnungen, Rechtsberatungen und Gerichtsverfahren nicht leisten.

Die Alternative zu eigenen Grafiken wäre eine saubere Dokumentation der genutzten lizenzfreien Bildern, nebst Screenshots der Plattform auf welcher diese bereitgestellt wurden.

Das ist keine Garantie für rechtssichere Bilder, aber erhöht die Chance sich bei einer Urheberrechtsverletzung ggfs. an die Person zu wenden, welche die Bilder veröffentlicht hat (ggfs. rechtswidrig).

Schützen wird es Dich dennoch nicht. Unwissenheit schützt in Deutschland nicht vor Strafe. Im Grunde bist Du verpflichtet den Urheber vorher zu kontaktieren.

Tust Du dies nicht, agierst Du zumindest fahrlässig und nimmst die Urheberrechtsverletzung in Kauf.

Das mag jedoch nur ein Jurist vollständig bewerten können. Sofern Du also eine klare Stellungnahme dazu haben willst, kontaktiere den Rechtsanwalt Deines Vertrauens.

Ich aber wäre vorsichtig mit Dateien, die Du auf Deiner Webseite veröffentlichst. Insbesondere weil ich schon von einer Hand voll Blogger gehört habe, dass diese abgemahnt wurden.

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